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Bürokratiemonster E-Bilanz

Erfolgreiche Intervention des BDS Bayern

Es war die Horrorvorstellung für viele Mittelständler: Bei der Umstellung auf die so genannte E-Bilanz sollten Unternehmer in Zukunft bis zu 900 Bilanzposten angeben. Der BDS konnte erreichen, dass das Bundesfinanzministerium massiv abgespeckt hat.

Den Buchhaltern in kleinen und mittleren Betrieben bleibt viel unnötige Tipparbeit erspart: Bei der Umstellung auf die sogenannte E-Bilanz plante das Bundesfinanzministerium ursprünglich, dass in Zukunft mehr als 900 Felder auszufüllen gewesen wäre. Bisher mussten Mittelständler bei der Übermittlung ihrer Papierbilanz an das Finanzamt nur 20 bis 80 Pflichtfelder ausfüllen. Diese Pläne sind nun vom Tisch. „Gut, dass dieses Bürokratiemonster nicht auf die Selbständigen losgelassen wurde“, freut sich BDS-Präsident lngolf F. Brauner.

BDS-Präsident hatte sich persönlich für Erleichterungen eingesetzt
Der Präsident hatte sich persönlich zusammen mit dem Vorsitzenden des BDS-Bundesverbandes Günter Hieber im Oktober 2011 bei einem Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Hartmut Koschyk für eine mittelstandfreundliche Ausgestaltung der E-Bilanz stark gemacht. „Wir freuen uns, dass unsere Intervention teilweise gehört wurde und die E-Bilanz nun deutlich mittelstandsfreundlicher ausfällt und auf kleine und mittlere Unternehmen Rücksicht genommen wird. Dass Kleinunternehmer nur die im Hauptbuch enthaltenen Bilanzposten elektronisch übermitteln müssen, ist eine deutliche Verbesserung“, so Brauner.

Bundesfinanzministerium präzisiert Regelung
Ende Juli präzisierte Staatssekretär Koschyk auf Nachfrage des BDS in einem Schreiben an Präsident lngolf F. Brauner die Regelung: Die Erleichterungen gelten generell für alle Betriebe, die weniger als 500.000 Euro Jahresumsatz und weniger als 50.000 Euro Gewinn erwirtschaften. Sie müssen keine E-Bilanz abgeben. Weiter heißt es: „Unternehmen, die diese Buchführungsgrenzen überschreiten oder aus anderen Gründen bilanzieren, sollen (…) nicht nach gutem und weniger gutem Erfolg des laufenden Geschäftsjahres wechseln müssen. Da das Buchungsverhalten der Unternehmer infolge der E-Bilanz weitestgehend unberührt bleiben soll, genügt es, dass nur die Daten, die in der Buchführung vorhanden sind, in die E-Bilanz übertragen werden müssen. Nach alle dem sind keine besonderen Abgrenzungskriterien zu beachten. (…) Niemand muss also eine Einstufung vornehmen, fortlaufend überwachen und womöglich seine Buchführung neu ausrichten.“

Quelle: unus, BDS Magazin für Unternehmer & Selbständige (Ausgabe III/2012)