| Gesetze & Richtlinien

Schwarzarbeit – Fristlos kündigen

Montiert der Geselle und kassiert für sich, droht die Kündigung.

Wer als Angestellter schwarzarbeitet und dabei unter den Kunden wildert, hat eine fristlose Kündigung hinzunehmen, so das Landesarbeitsgericht Hessen (Az. 16 Sa 593/12).

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, war ein Rohrleitungsmonteur von seinem Chef zu einer Kundin geschickt worden. Er sollte deren Abflussrohre in der Küche und im Keller mit einer Spezialkamera inspizieren. Wobei er einen Schaden feststellte und deshalb Tage später dann dort neue Abflussrohre verlegte. Und an Ort und Stelle 900 Euro in bar kassierte. Das Geld behielt der Schwarzarbeiter nämlich für sich und rechnete den Auftrag auch nicht mit dem Betrieb ab.

Doch einige Zeit später rief die Kundin an und monierte einen Mangel, der Betrug flog auf. Die Folge: fristlose Kündigung. Zu Recht, so die Richter, denn der Mitarbeiter hatte seine arbeitsvertraglichen Pflichten massiv verletzt. „Ein Arbeitnehmer darf auf dem Markt seines Arbeitgebers keine eigenen Dienste und Leistungen anbieten“, erklärt Rechtsanwalt Tim V1achos aus Bergisch Gladbach.

Tipp: Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern generell keine Nebentätigkeit in Ihrer Branche.

Quelle: handwerk magazin (Ausgabe 06/2013)