| Gesetze & Richtlinien

Skepsis gegenüber der E-Bilanz

Viele Unternehmer stehen mit der elektronischen Bilanz, kurz E-Bilanz, eher auf Kriegsfuß. Das hat eine aktuelle Umfrage der Bayerischen Industrie- und Handelskammer, unter Beteiligung von 136 Unternehmen (zu 75 Prozent kleine und mittlere Firmen) jetzt klar bewiesen. So sehen 67 Prozent der Befragten in der verpflichtenden Einführung der E-Bilanz einen deutlichen Nachteil für ihr Unternehmen: 78 Prozent der Firmenchefs erwarten höhere Kosten, 88 Prozent mehr Zeitbedarf, 54 Prozent einen höheren Personalaufwand.

Das liegt nicht zuletzt am Umfang und den vielfältigen Detailanforderungen der E-Bilanz. Denn diese stören die Unternehmer besonders: 88 Prozent von ihnen empfinden die zusätzlichen Informationspflichten, die die E-Bilanz festschreibt, sogar als unverhältnismäßig. Unterm Strich rechnen 90 Prozent der Befragten daher zum Zeitpunkt der Einführung mit einem hohen Bürokratieaufwand, 50 Prozent mit einem dauerhaft hohen Bürokratieaufwand.

Die Verpflichtung zur Einreichung der E-Bilanz gilt für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2011 beginnen. Durch eine sogenannte Nichtbeanstandungsregelung der Finanzverwaltung wurde die Anwendbarkeit nochmals um ein Jahr auf Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2012 beginnen, gestreckt. Ab dann müssen alle Unternehmen ihre Bilanz elektronisch beim Finanzamt einreichen. Das heißt, die Vorbereitungsarbeiten müssen im Jahr 2012 abgeschlossen werden.

IHK-ANSPRECHPARTNER
Dr. Ralf Alefs, Tel. 089 5116-1252, ralf.alefs@muenchen.ihk.de
Mira Pezo, Tel. 089 5116-1606, mira.pezo@muenchen.ihk.de
www.muenchen.ihk.de – Webcode: DHAH3

Quelle: WIRTSCHAFT IHK-Newsletter September 2012