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Verzicht des Gesellschafter-Geschäftsführers auf seine Pensionsanwartschaft

Zur Altersversorgung des Gesellschafter-Geschäftsführers wird diesem häufig eine Pensionszusage durch „seine“ GmbH erteilt; die Finanzierung erfolgt dabei regelmäßig durch eine Lebensversicherung als Rückdeckungsversicherung, die mit Beginn der Pensionszahlungen fällig wird.

Dieses Modell hat aus zwei Gründen an Attraktivität verloren:

  • Die Renditen der Lebensversicherungen sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sodass diese häufig nicht zur Finanzierung der Pensionszahlungen ausreichen werden.
  • Durch Änderung der Bilanzierungsregeln sind Pensionsrückstellungen deutlich höher als früher in der Handelsbilanz auszuweisen, sodass allein die Pensionsrückstellung zu einer Überschuldung führen kann.

In diesen Fällen wäre es eine Option, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer ganz oder teilweise auf seine Pensionsanwartschaft verzichtet. Ein solcher Verzicht löst allerdings steuerliche Folgen aus:

Der Verzicht führt zu einem steuerpflichtigen Zufluss beim Gesellschafter. Maßgebend ist dabei nicht der steuerliche Buchwert, sondern der sog. Teilwert. Dieser Wert entspricht den „Wiederbeschaffungskosten“ des aufgegebenen Versorgungsanspruchs. Es kommt also darauf an, welcher Betrag an einen vergleichbaren Dritten im Zeitpunkt der Aufgabe des Versorgungsanspruchs zu zahlen wäre, um einen gleich hohen Anspruch zu erwerben.

In gleicher Höhe liegt eine sog. verdeckte Einlage des Gesellschafter-Geschäftsführers in die GmbH vor. Dieser Wert wirkt sich erst im Zeitpunkt der Veräußerung der Beteiligung wieder gewinnmindernd aus.

Bei einem Teilverzicht auf den Pensionsanspruch werden Zufluss und verdeckte Einlage nur insoweit angenommen, als auf Ansprüche verzichtet wird, die bereits erdient wurden. Zur Ermittlung dieses Anteils lässt die Finanzverwaltung ein relativ einfaches Berechnungsverfahren zu.

Beispiel:
Zusage einer monatlichen Alters- und Invalidenrente an den beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer i. H. von 4.000 € am 1. Januar 1995
Pensionseintritt: 1. Januar 2025 (Zeitraum bis zum Pensionseintritt also 30 Jahre)
Am 1. Januar 2013 gilt ein Pensionsanteil i. H. von (18/30 von 4.000 € =) 2.400 € als bereits „erdient“.
Eine Verminderung des Pensionsanspruchs auf den erdienten Teil von 2.400 € würde also keine unmittelbaren steuerlichen Folgen beim Gesellschafter auslösen.

Quelle: Informationsbrief Consilia Steuerberatungsgesellschaft mbH (Ausgabe Oktober 2012)